Der Schaffhauser Mundartverein,ein Nachkomme des Schaffhauser Mundartwörterbuchs

Ob ein Verein ein Kind genannt werden darf, mag zweifelhaft erscheinen, umso mehr, als seine Mitglieder in der Regel nicht mehr die Jüngsten sind. Immerhin, lebendige Wesen durchlaufen alle eine Kindheit. Dass ein Buch als Eltern fungieren könne, mag ebenso befremden. Aber es ist das genannte Buch so etwas wie die Gestalt gewordene Sprache, und die trägt alle Züge des menschlichen Lebens – erst recht die Muttersprache, die schon im Namen auf die Elternschaft hinweist.

Nun haben aber Väter wie Mütter selbst einmal als Kinder begonnen, beim Schaffhauser Mundartwörterbuch ist sogar ein vorgeburtliches Stadium von sage und schreibe dreizehn Jahren zu bedenken. Sein Eintritt in die Welt der Literatur ist mit Bangen erwartet worden, welches dann an der Taufe in reine Freude überging.

Das Fest fand am 27. März 2003 im Kulturzentrum Kammgarn statt. Im Folgenden sei die Ansprache des langjährigen Kommissionspräsidenten, leicht gekürzt und mit geringen Retuschen versehen, wiedergegeben.

Liebi Fründine und Fründ vo de Mundaart, Schafuuserine und Schafuuser, wo’s vo irer Sprooch här sind oder mit Hilf vom Wöörterbuech wänd wäärde! Ja, wahrhaftig, meine sehr verehrten Damen und Herren, wir haben Grund zum Feiern. Das Wörterbuch, von dem seit Jahren alle wussten, dass es komme oder vielleicht auch nicht komme, ist mit der geringen Verspätung von zwei Jahren da. Ich bin der steten, mal engagiert und bekümmert, mal hämisch gestellten Frage „da Läxikon, chunnts?“ enthoben. Und Sie verfügen über – wie würde es der moderne Werber nennen? – „alles, was Sie schon immer über das Schaffhauserdeutsche wissen wollten“. Ich kann jetzt endlich erfahren, was man damals meinte, als man mir als kleinem Bub sagte: „lauff nid wen e bärhämmigi Suu!“ – ja, das war, weil ich wie eine solche unsicher auf meinen krummen Beinen torkelte – und mich einen „Tuggilimuuser“, halt einen Duckmäuser hiess, nur weil ich mich kaum zu reden getraute. Nun ist auch entschieden, dass nicht „Mohateeri“, sondern eben doch „Moohaateri“ die richtige Betonung für die Mondeshelle ist. Spass bei Seite (was freilich beim hohen Humoranteil an der Bildung der Schaffhauser Wörter schwierig ist), Spass bei Seite also, der Grund zum vergnüglichen Werk ist durchaus ernst, wenn nicht bedenklich: Das Vokabular einer Mundart wird nicht aufgenommen, um einen Überblick über die laufende Produktion zu gewinnen, so wie man beim Briefmarkensammeln auf die neuen Editionen erpicht ist; wir haben die Sammlung angelegt, eher wie man im Papilliorama Schmetterlinge in einem Biotop zusammenführt, weil nämlich ihr Bestand bedroht ist. Gemeinsam ist allen Sammlern die Freude an der Schönheit ihrer Objekte. Das gilt auch für das Wörterbuch; aber die Sorge um unsere Mundart stand im Vordergrund.

Natürlich trifft es zu, dass Sprachen einzig im Wandel konstant sind, dass sie deshalb eine definitive Form so wenig erreichen wie unsere Steuerrechnungen. Gerade Sprachwissenschaftler verweisen in ihrer Grabrede auf gestorbene Wörter gern auf das ewig gültige Gesetz vom Werden und Vergehen. Und solange die Leute noch redeten, sei eigentlich alles im Rahmen. Politiker wiederum neigen zur Meinung, Sprache, vor allem die Muttersprache, sei ohnehin kein zählbarer Wert und damit kein Gegenstand öffentlichen Interesses. Unbemerkt bleibt, wie nicht nur der Mensch die Sprache, sondern auch die Sprache den Menschen bildet. „Wer das erste Wort aussprach, erhob sich zuerst zum Menschen“ dämmerte einst dem Philosophen Wilhelm von Humboldt. Leicht wird vor allem übersehen, dass hinter den Wörtern die Dinge selbst stehen, und es wird verkannt, in welch nie da gewesenem Sturzflug neben uns her Wörter und Sachen fallen und von welcher Sturzflut sie zugedeckt werden. Ein bedeutender Teil unseres Wortschatzes gab der bäuerlich-handwerklichen Welt ihre tausendfältigen Namen. Mit diesen verwischt sich auch ihre Spur. Unser Wörterbuch ist somit ein Bollwerk gegen das Vergessen. Das ist das Eine.

Und das Andere: Was da untergeht, gehörte uns selbst, war Teil unserer selbst, was an seine Stelle tritt, ist geborgt. Und uns fehlt die Kraft, es uns anzuverwandeln – anders als früher, als wir uns die französischen Lehnwörter, die „Tante“ samt „Porpmenee“ und „Potschamber“ „uhni Fisimatänte“ zu eigen machten. Ja, wir gehen fremd und reden fremd. Der Wandel nagt an unserer Eigenständigkeit.

Nun ist ja „eigen sein“ und besonders das „aage too“ an sich noch keine Tugend. „Aagebröötler“ war noch nie ein Ruhmestitel. Doch der Gegensatz zur Eigenständigkeit ist Abhängigkeit, und wo die erste zu Gunsten der letzten aufgegeben wird, ist stets ein Schritt zum Eintopf getan. Es sollen gemäss Schätzungen im angelaufenen Jahrhundert ein Drittel aller Sprachen aussterben – der Dialekte ungerechnet. Analog der wirtschaftlichen wie der politischen Bereiche werden die kleinen Einheiten aufgegeben, die mittleren gehen in den grossen auf. Eine Welt mit einer einzigen Sprache scheint das Ziel der Entwicklung. Fraglos aber wird die Welt, je näher sie diesem Ziele kommt, zusehends ärmer. Unser Wörterbuch ist demnach auch – und bei der offenkundigen Ohnmacht der Weltgemeinschaft ganz besonders – ein Zeugnis für die Eigenständigkeit unseres Völkleins und damit ein Bekenntnis zur kulturellen Vielfalt. Wobei wir uns bewusst sind, dass der Zeitenflug durch kein Buch aufzuhalten ist. Indem wir den ursprünglich ins Auge gefassten Titel „Wörterbuch der Schaffhauser Mundarten" zu Gunsten von „Schaffhauser Mundartwörterbuch“ abänderten, haben wir bereits darauf verzichtet, auf die Gliederung innerhalb des Kantons hinzuweisen. Tatsächlich greifen städtische Formen und schuldeutsche Wörter auf den Reiat und sogar in den Klettgau über. Gleichwohl behalten die Kleinkammern unserer Dialektlandschaften viel Charakteristisches. Noch immer lässt der Hallauer sein „Hämb“ offen flattern, während der Oberhallauer sein „Hemp“ eng trägt; noch immer „tänkt“ der erstere, während der andere scharf „tenkt“. Noch immer sind die „Wurmaasle“ von Osterfingen, die „Homaasle“ von Neunkirch, die „Wurmassle“ von Hallau, die „Oomisse“ von Oberhallau nebst den „Unmoosse“ von Schleitheim nicht von den gleichgeschalteten „Amäise“-Völkern ausgerottet. Sie können jetzt das Buch nach derartigen Spezialitäten durchforschen. Dazwischen werden Sie immer auch ein träfes Dichterwort und da und dort eine klärende Skizze oder Karte antreffen. Und es wird Ihnen auffallen, wie hier Abertausende von einzelnen Angaben zusammengetragen und ausgewertet wurden. Der reich fazetierte Spiegel schaffhausischen Denkens und Empfindens wird Ihnen Respekt einflössen wie auch deutlich machen, dass das heute vorliegende Werk eine durchaus nicht selbstverständliche Fleiss- und Willensleistung darstellt.

Von der zwölfköpfigen Kommission, welcher der Regierungsrat 1990 den Auftrag erteilte, hat neben dem Präsidenten Alfred Richli das Quartett Jakob Brütsch, Eduard Joos, Hans Lieb und Hans Ritzmann durchgehalten. Die Mund- artautoren Blanka Chiozza-Surbeck und Otto Uehlinger sind durch Krankheit, die beiden Altregierungsräte Kurt Waldvogel und Hermann Wanner durch den Tod ausgeschieden. Der wissenschaftliche Stab ist fast komplett ausgewechselt worden. Die Germanisten um Marianne Benz, Peter Gallmann, Johannes Eichrodt, Jacqueline Preisig und Alfred Wüger hatten durch Äufnen und Ordnen des Wortschatzes den vielschichtigen Grund gelegt. Die Umsetzung des gewaltigen Materials in der Feinarbeit der Redaktionsstube ist das Verdienst von Heinz Gallmann und seiner Mitarbeiter Jacqueline Preisig, Christoph Landolt, Roman Sigg, Oliver Sokody. Den Weg vom Text zum Buch ebnete schliesslich die frische unternehmerische Equipe Hans Ritzmann, Rosmarie Widmer Gysel, Hermann Kuhn und Manfred Kuoni. Auch unserem Beirat, Hans-Peter Schifferle vom Schweizerischen Idiotikon, dem Zeichner Fredy Baur wie den nicht namentlich genannten gelegentlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gebühren gemäss ihrem Beitrag Anerkennung und Dank. Lauter Lorbeerkränze möchte ich an die rund 150 Gewährsfrauen wie Gewährsmänner verteilen, die uns ihr Wissen und Erinnern zur Verfügung stellten und sich mühten, genau so zu schreiben, wie man spricht. Das fertige Buch ist, indem es deren sorgsam bewahrte Sprache festhält, gewissermassen ihre Ehrenurkunde und ihr Kind zugleich.

Wir wollen es nicht verhehlen, dessen vorgeburtliche Phase war schwer, von vorzeitigen Wehen gekennzeichnet. Nichts mehr davon. Wir sind ja überglücklich, dass es doch noch zur Welt gekommen ist, lebendig, mit allen guten Gaben ausgestattet und schön von Gestalt. Dass es auch lebenstüchtig werde und seinen Platz an der Sonne finde, das liegt nun an denen, die es zur Pflege übernehmen. Und das sind doch wohl Sie, meine Damen und Herren, Froue und Manne! Falls Sie aber nicht wissen sollten, mit welchem Kosenamen es anzureden sei (der offizielle Name kommt womöglich nicht mit der gewünschten Zärtlichkeit über die Lippen), so hat es selber einige Vorschläge dazu zu machen. All da sind: „Aliwärk, Chnodli, Gumpameruf, Muschter, Spägis, Gfählte Koog, Tulipaane, Gööggel, Galööri, Krauter, Suribel, Lamaaschi, Plääggi, Hudel, Ränkschiit, Tnooggi, Tschätterete, Tschautle, Triibsack, Truubehüeter“ und hundert weitere, die als schaffhausische Charakterbezeichnungen deutlich und gängig sind. Schaffhauser Leben im Wort, da fehlt nichts Menschliches.Nehmen Sie dieses Buch lachend in Empfang und lassen Sie sich zu diesem Besitz herzlich gratulieren!

Sechs Jahre danach: Die zweite unveränderte Auflage erscheint, das Buch wird am 19. November 2009 im Kaufleutesaal präsentiert und der gleiche Redner begrüsst sie.

Liebe Freundinnen und Freunde der Schaffhauser Mundarten, geschätzte Kennerinnen und Kenner, Liebhaberinnen und Liebhaber des Schaffhauser Mundartwörterbuchs!

Ehrenwerte Frauen und Männer, die noch nicht über das Buch verfügen ( weil dieses eben nicht mehr verfügbar war ), aber nach solchem Besitz streben! Wir feiern heute, wenn wir die zweite Auflage des Schaffhauser Wörterbuchs vor uns haben, den grossen Erfolg der ersten Auflage mit. Denn dieser hat alles übertroffen, was sich beispielsweise ein Buchhändler von einem Mundartbuch zu erträumen vermag.

Wen soll ich da vor allem loben? ..... Am Ende wird es das Klügste sein, wenn ich das Lob auf das Werk selbst konzentriere. Denn es ist schliesslich seine Qualität, die zu seiner wunderbaren Vermehrung geführt hat. Ein eher seltener Fall, auch unter Büchern, dass sich Qualität und Quantität derart entsprechen. Doch eine innere Stimme mahnt mich jetzt zur Bescheidenheit. Es kommt mir in den Sinn, dass es trotz allem einzelne gegeben hat, welche etwas zu mäkeln hatten. Es sind die gleichen, welche fragen, weshalb wir statt eines Nachdrucks nicht eine neue, ergänzte Auflage herausbrächten. Sie hätten nämlich dieses oder jenes Wort nicht gefunden. Nun gibt es fraglos da und dort eine Lücke. Dem steht jedoch die Aussage eines Mundart-Fanatikers entgegen, der mir gestand, er habe das Buch auf lauter seltene Ausdrücke hin getestet, und wenn er einen nicht gleich angetroffen habe, so nur, weil ihm beim Suchen ein Fehler unterlaufen sei.

Machen wir ein paar Stichproben: Da liest jemand in einem Text das Wort „Briisli“ und merkt, dass es sich nicht um einen kleinen Preis handeln kann. Wörterbuch Seite 99: „Briisli, Hämberbriisli, Hemperbriisli, älter für Einfassung an Kleidungsstücken, Kragenbesatz bzw. Ärmelabschluss an Hemden und Blusen.“ Und um der trockenen Erklärung noch Leben einzuhauchen, steht dahinter im Volksmund: „Früener hönd d Manne amel no ko Chräge ghaa, si hönd äimfach Hämper ghaa mit eme Briisli mit einem Stehkragen. De Hämberchrage für s Sunntigshämb, es Hämberbriisli für s Wächtigshämb.“ Der erste Satz aus Ramsen, der zweite aus Wilchingen. Oder: Im Gespräch über Leiterwagen fällt das Wort „Miggi“. Im Wörterbuch auf Seite 248 lesen wir, dass dies eine Bezeichnung für die Wagenbremse sei, und erfahren darüber hinaus: „Mit einer handgetriebenen Spindel konnten hölzerne Bremsklötze gegen die Radreifen gedrückt und der Wagen mit dem dadurch entstandenen Reibungswiderstand abgebremst werden.“ Belegt wird „Miggi“ im östlichen Kantonsteil ob der Enge. Eine beigegebene Karte macht zudem darauf aufmerksam, dass die Westschaffhauser im Klettgau statt „Miggi“ „Schtriichi“ sagen, die Wagenlenker dem Rhein entlang in Stein wie in Rüdlingen/Buchberg mit „Brems“ oder „Bräms“ dem Schriftdeutschen nahe kommen, die Dörflinger jedoch mit einem besonderen Sinn für Fremdwörter von „Mechanik“ reden.

Oder: Ich wage mich ins Abseitige der Satzbildung. Da gibt es die einmalige Zusammenfassung eines ganzen komplexen Gedankens in zwei Wörtern, gewissermassen den Beleg für die Sparsamkeit der Schaffhauser selbst beim Sprechen. Noch meine ich meine alte Osterfinger Bäsi zu hören, wenn sie „hä dass!“ sagte. Schriftdeutsch hiesse das ungefähr: „Schlimm, dass es so etwas überhaupt gibt; Gott möge sich erbarmen!“ – und als eine nur vom Tonfall her zu vernehmende Zugabe: „aber gottlob geht mich das gar nichts an.“ „Hädass“, man glaubt es kaum, diese minimalistische Redensart ist, allerdings mit der Bemerkung „veralteter Ausdruck“ und zusammen geschrieben, auf Seite 191 in unserem Schatzkästchen geborgen.

Da könnte ich den ganzen Abend lang eine Perle nach der andern aus dem Buch holen. Damit wäre die eine und wahrscheinlich wichtigste Hilfestellung belegt, die dieses gewährt: Es gibt Rechenschaft über Dialekt-Ausdrücke, die uns nicht mehr geläufig sind, und schlägt so die Brücke zu jener Generation, die ohne diesen Vermittler manches Wort mit ins Grab nähme. .....

Es gibt jedoch einen zweiten Benützungsansatz. Wir wollen vielleicht wissen, wie ein schriftdeutsches Wort in unserer Mundart heisst. Eine häufige Frage, besonders bei Dialekt-Schriftstellern, die merken, dass sie unbeabsichtigt in die Schriftsprache geraten sind. Da will einer eine aufgetakelte Person einführen und schreibt „uftaklet“, spürt jedoch, dass die Takelage eher an die Nordseeküste passt. Das Wörterbuch meldet ihm, dass es gut schaffhauserisch „uftunderet“ heisst. Oder: Er zweifelt, ob „in Gang bringe“ ein Dialektausdruck sei, Recht hat er, „aaschäuke“ lehrt ihn das Wörterbuch. Oder: Es kommt ihm „ohnehin“ in die Quere. Natürlich, „aanewäg“ oder „welewäg“ müsste gemäss Wörterbuch stehen.

Er wird alles im angehängten schriftdeutschen Verzeichnis finden, das in die Mundart zurück übersetzt. ..... Das Schaffhauser Mundartwörterbuch, so wie es 2003 herausgekommen ist und nun in weiteren 1000 Exemplaren vorliegt, vereinigt in sich:

1. ein Archiv des Schaffhauserdeutschen in seinen Varianten, wie diese bis in die erste Hälfte des 20sten Jahrhunderts im ganzen Kanton gesprochen wurden;

2. ein Lexikon, das unsere Dialekt-Ausdrücke deutet, in ihrem Gültigkeitsbereich festlegt und durch Beispiele illustriert;

3. einen Leitfaden zum korrekten Gebrauch unseres Wortschatzes, mit eingeschlossen die richtige Aussprache und Schreibweise;

4. eine gedrängte wissenschaftliche Einführung

5. ein an Schilderungen, Geschichten und Rapetitzli (das sind unsere gepfefferten, humorvollen Anekdoten) reiches Lesebuch. Kurz: Ein Schaffhauser Standardwerk voller Informationen und zugleich hohem Unterhaltungswert. Geeignet fürs Studium am Schreibtisch, für die vergnügliche Lektüre unter der Stehlampe, fürs „Bettmümpfili“ auf dem Nachttischlein, aber auch für das muntere Gespräch zwischen Jung und Alt. Und was könnte ich Anderes tun, als Ihnen das Schaffhauser Mundartwörterbuch auch in zweiter Auflage ans Herz zu legen und Sie zu bitten, es so weit Ihr Einfluss reicht, bekannt zu machen. Unser Ziel: Dass bald in jeder Schaffhauser Haushaltung ein solches vorhanden ist und eifrig benützt wird.

Vom Wörterbuch zum Mundartverein: der Verein zur Herausgabe des Mundartwörterbuchs als Geburtshelfer

Dass überhaupt und wie der Mundartverein zustande kam, ist das Verdienst jener Gruppe, die auch für das Wörterbuch den Durchbruch brachte. Wir reden von Hans Ritzmann und seiner unternehmerischen Gruppe einerseits, den ver-bliebenen Mitgliedern der Wörterbuch-Kommission anderseits. Sie haben einen Verein gegründet, der als einziges Ziel die Realisierung des Mundartwörterbuchs war. Und Ironie des Schicksals: Die Wörterbuch-Leute, die sich jahrelang mit der Beschaffung von Mitteln schwer taten und gar einen befristeten Unterbruch der Arbeit hinnehmen mussten, weil sie die wissenschaftlichen Mitarbeiter nicht mehr zu zahlen im Stande waren – die hatten am Ziel, nach Rückzahlung eines vom Kanton geleisteten stattlichen Beitrags, immer noch ein hübsches Sümmchen übrig. Womit das Startkapital für eine weiterführende Vereinigung bereit lag. Und weil auch der Wille da war, die Benützung des Wörterbuchs zu fördern und darüber hinaus eine Stätte der Mundartpflege zu schaffen, konstituierte sich der Schaffhauser Mundartverein.

Alfred Richli

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