Jakob Brütsch (1919 - 2005)

Als es gilt, einen Hof zu übernehmen, ist der in Ramsen verwurzelte junge Bauer vom Talboden zum hochgelegenen Barzheim gezogen. Dort ist er geblieben und hat wieder kräftige Wurzeln getrieben. Die unverfälschte Mundart des Bibertales aber hat er mitgenommen und, indem er sie für dramatische Spiele, für Geschichten, vor allem aber für seine Gedichte benutzte, zur Literatursprache gemacht.

„Dichter und Bauer“ bei Jakob Brütsch ist das kein Klischee; nicht nur, dass ihm die Verse auf dem Feld in den Sinn kommen, das bäuerliche Dasein ist auch ihr Motiv und ihr Inhalt. Er sorgt sich inmitten des technischen und gesellschaftlichen Umbruchs um seinen Stand; offen für das, was auf diesen zukommt, wehrt er sich gleichzeitig gegen unnötige Verluste, versucht er gefährdete Werte zu retten: Die Beziehung des Bauern zur Schöpfung, die Ehrfurcht vor dem Erarbeiteten und im Besonderen dem Gewachsenen und die reiche Ausdruckswelt der alten Sprache. Sein Humor gründet auf der unbedingten Bereitschaft, das Leben anzunehmen, wie es auch sei.

Werkverzeichnis:

1979 „Dänn schwätz i mit em Moo“ Verlag Peter Meili, Schaffhausen

1993 „Füüfi grad und lueg nid tumm“ Meier Verlag Schaffhausen

1999 „Gedanke-Ranke“ Meier Verlag Schaffhausen

Jakob Brütsch liest die Sage "s'Lööreglöggli"

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