Fritz Gafner (geb. 1930 – 2007)

In Stein am Rhein aufgewachsen, wurde er zunächst Sekundarlehrer, nach einem Zweitstudium in Theologie Stadtpfarrer in Winterthur und Lehrer für Hermeneutik an der Universität Zürich. 1976 übernahm er die Leitung des Evangelischen Kindergärtnerinnenseminars Zürich.

Neben seinem Beruf hat er sich stets schriftstellerisch betätigt. Den weitesten Kreis erreichte er wohl mit seinen Hörspielen, die teils im Steiner Dialekt geschrieben sind und am Schweizer Radio ausgestrahlt wurden (u.a. „Eugen“, „Als Pfarrhaus nicht geeignet“). Aus seiner Prosa, z.B. aus dem autobiographischen Kurzroman „Arnold Hütteners gläubiger Unglaube“, spricht seine Sorge um den Menschen und sein Respekt vor dem Individuum. In „Käiser König Lumpehund“, freien Nachgestaltungen von Schwänken der „Gesta Romanorum“, durchzieht Humor den Tiefsinn.

Beides bestimmt auch seine auf mehrere Bändchen verteilte Lyrik, die zudem durch äusserste Formstrenge und die hoch getriebene Kunst des Wörtersparens auffällt. Fritz Gafner gewann den ersten Preis im Schaffhauser Expo-Lyrikwettbewerb, er erhielt zudem den C.F. Meyer-Preis und den Prix Suisse der SRG.

Der Harlekin im namengleichen Gedicht („Sieben Schaffhauser Dichter“, 1964), den in seinem roten Kleide niemand erkennt, tanzt auf Bank und Brunnenrand von Stein am Rhein. Auch eine „Sommerlindenallee“ wie „Jetzt“ (aus dem Zyklus „Jetzt“, 1968) lässt sich im oberen Kantonsteil finden.

Werkverzeichnis

1987 "Kaiser, König, Lumpehund" Verlag Peter Meili Schaffhausen 

2003 „Eben Bilder“ Meier Verlag Schaffhausen

2007 „Markusevangelium“ Hörbuch, Meier Verlag Schaffhausen

"Markusevangelium" Hörbuch

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