Dieter Wiesmann (1939 - 2015)

Dieter Wiesmann war Apotheker in Neuhausen am Rheinfall. Bereits während seines Studiums arbeitete er beim Schweizer Fernsehen als Moderator und Redaktor. Unter anderem synchronisierte und überarbeitete er Geschichten fürs Kinderfernsehprogramm. Zudem war er beim Radio tätig. 1983 war er Mitbegründer des Schaffhauser Lokalradiosenders Radio Munot. Er hat sich mit seinen schaffhauserdeutschen Texten durchgesetzt. Er hat offensichtlich die Grundstimmung der zweiten Jahrhunderthälfte getroffen – nicht mit dem Versuch, die Sprachtradition zu festigen, sondern mit der selbstverständlichen Verwendung des im städtischen Bereich gesprochenen Dialekts und mit einem allem Pathos abholden, dafür dem Witz Raum lassenden Eingehen auf unseren Alltag. Sein Lied „blos e chliini Stadt“ ist praktisch das einzige, das die dem Singen entwöhnten Jugendlichen bei ihren Zusammenkünften auswendig können. Es hat damit das sentimentale „Munotglöggli“ von Ferdinand Buomberger (1874 – 1946) als Schaffhauser Hymne abgelöst. Mit seinem ausdrücklichen Verzicht auf jegliche Überhöhung, dafür mit dem Hinweis auf Lebensqualität jenseits der Wettbewerbsnormen hat Wiesmann ein modernes Heimatfühl geweckt. Freilich, um Literatur im Wortsinn handelt es sich bei der gesamten, höchst erfolgreichen Produktion Liedermachers nicht. Er wird nicht gelesen, sondern gesungen und trägt sich selbst am besten vor.

Werkverzeichnis

Zwischen 1974 und 1999 gab Dieter Wiesmann über 2000 Konzerte und veröffentlichte elf Alben. 1980 machte er eine Tournee im ersten rollenden Eisenbahntheater der Welt. 1989 wurde ihm eine Goldene Schallplatte für das Kinderlieder-Album „Matthias“ verliehen. Dieses wurde von Reinhard Mey produziert. Seine beiden letzten Konzerte gab er allerdings anlässlich seines 65. Geburtstags im Mai 2004 im Stadttheater Schaffhausen

"Blos e chliini Stadt"

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