Ruth Blum (1913 - 1975)

Am 2. September 1913 wurde im treppengiebligen Haus „Zur Linde“ Ruth Blum geboren. Sie hat in ihrem Erstling „Blauer Himmel, grüne Erde“ die Jugend im grossen Haus am Gemeindehausplatz sehr eindrücklich beschrieben. Aber erst musste das aufgeweckte und lebhafte Kind eine wilde Sturm- und Drangzeit hinter sich bringen. Der Weg war vorgezeichnet: Schulen in Wilchingen und anschliessend die Kantonsschule in Schaffhausen. Dort festigte sich auch ihr Wunsch und Wille, Dichterin zu werden. Aber der frühe Tod des Ernährers machte diesen Plänen ein jähes Ende. Die Mutter musste das Wohnhaus verkaufen und zog mit der Tochter nach Zürich, wo sie eine rauhe Wirklichkeit vorfanden.

Ruth Blum blieb aber überzeugt von ihrer Sendung als Dichterin, und so suchte sie im Landijahr 1939 einmal die Redaktion der NZZ auf. Das wurde zu ihrem Glücksfall, fortan konnte sie journalistisch tätig sein. Der Aufstieg musste für sie dermassen beglückend gewesen sein, dass sie fast wie in einem Traum ihren Erstling zu Papier brachte. Er wurde ein solcher Erfolg, dass sie sich rehabilitiert als Schriftstellerin in ihrem Heimatdorf Wilchingen niederlassen wollte. Sie fand den Weg zurück, aber die nachfolgenden Werke konnten nicht am Erfolg des Erstlings anknüpfen . Auf Anraten ihrer Freunde nahm sie daher die einst unterbrochene Ausbildung an der Kantonsschule wieder auf, wurde Lehrerin und ab 1950 war sie in Schaffhausen in diesem Beruf tätig. Daneben konnte sie jetzt ohne finanzielle Sorgen auch die literarische Arbeit weiterführen. 1971 gelang ihr mit „Die grauen Steine“ erneut der Durchbruch. Allerdings war sie zu dieser Zeit infolge ihres Krebsleidens bereits frühpensioniert. Das ermöglichte ihr nochmals eine reife Schaffensperiode. Sie war ja in ihrem Schreiben die weitaus vielseitigste der Wilchinger Literaten, umfasste ihr Werk doch den Roman, das Drama, die Lyrik und auch geschichtliche Themen.

Ihre Mundartwerke waren vorwiegend Festspiele und Dramen. Unerwartet rasch verschlimmerte sich aber ihr Leiden wieder und sie verstarb im Sommer 1975 als Zweiundsechzigjährige.

Werkverzeichnis (nur Werke in Mundart)

1949 De Rossbärgerhandel – Drama

1951 Hinder em Rande häts au no Lüüt - Festspiel 1960

De iipildet Chrank – Drama nach Molière

1968 De Wilchingerhandel – Drama

1973 Trotz Chrieg und Päscht und Hungersnot – Festspiel

Die Werke sind momentan alle vergriffen.

 

Ruth Blum liest 'E tüüri Bölletünne'

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